Caritasverband Haltern e.V. - Was ist eine rechtliche Betreuung?

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Was ist eine rechtliche Betreuung?

Erwachsenen, die ihre rechtlichen Angelegenheiten wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht (mehr) selbständig regeln können, wird vom Amtsgericht eine rechtliche Betreuerin bzw. Betreuer zur Seite gestellt. (Wenn nicht im Rahmen einer Vollmacht für diese Situation vorgesorgt worden ist!) Die/der Betreuer/in wird dann als gesetzliche/r Vertreter/in tätig.

Die/der Betreuer/in wird, wenn möglich, die Entscheidungen mit der/dem Betroffenen treffen und sie/ihn bei Abschluss oder Kündigung von Verträgen soweit wie nötig unterstützen.

Nur wenn eine Beteiligung der/des Betroffenen wegen der Krankheit oder Behinderung nicht möglich oder eingeschränkt ist, wird sie/er als rechtlicher Vertreter für die/den Betroffenen handeln.

Dabei muss sich die/der Betreuer/in an den Wünschen der/des Betroffenen orientieren.

Über ihre/seine Tätigkeit muss sie/er dem Vormundschaftsgericht Rechenschaft ablegen.

Besonders weit reichende Entscheidungen, wie z. B. die Kündigung der Wohnung, müssen vorher vom Vormundschaftsgericht genehmigt werden.

Was ist das Ziel einer rechtlichen Betreuung?

Die Bestellung einer rechtlichen Betreuerin oder eines rechtlichen Betreuers soll die rechtliche Vertretung eines Betreuten verbessern. In welchen Bereichen die/der Betreute die Hilfe benötigt, bestimmt das Gericht (z.B. Vermögenssorge, Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmung, .).

Entsprechend den festgelegten Aufgabenkreisen

  • verwaltet die/der rechtliche Betreuer/in zum Beispiel das Geld und erledigt die Bankgeschäfte
  • organisiert notwendige ambulante Hilfen
  • sucht eine geeignete Wohnung oder einen Platz in einem Pflege- oder Wohnheim
  • kümmert sich um geeignete ärztliche Versorgung
  • organisiert die Haushaltsauflösung
  • stellt Anträge bei Rententrägern, Versicherungen, Kommunen, usw. ..


Alle Angelegenheiten sollen möglichst den Wünschen der/des Betreuten entsprechen und unter Berücksichtigung ihres/seines Lebenskonzepts geregelt werden.

Das setzt voraus, dass die Betreuerin bzw. der Betreuer sich intensiv mit den Wünschen und Plänen, aber auch mit den Möglichkeiten und Fähigkeiten der/des Betreuten beschäftigt, damit die individuell richtigen Entscheidungen getroffen werden können.

Durch die rechtliche Betreuung verbleibt der/dem Betreuten ein möglichst großer Raum für Selbstbestimmung und Verwirklichung des eigenen Lebenskonzepts trotz Krankheit und Behinderung.

Im Idealfall bilden Betreuer/in und Betreute/r ein eingespieltes Team. Die/der Betreute nutzt die Kompetenz ihres/seines Betreuers für die Organisation eines Lebens nach den eigenen Vorstellungen.

Aufhebung einer rechtlichen Betreuung

Je nach Behinderung oder Krankheit der/des Betreuten ist es denkbar, dass die Betreuung nur notwendig wird, weil eine Lebenskrise nicht ohne Hilfe gemeistert werden kann.

Zum Beispiel fehlen bei Menschen mit geistiger Behinderung öfters die für die Ablösung vom Elternhaus notwendigen Kompetenzen. Mit entsprechendem Training und Unterstützung ambulanter Dienste kann die/der Betreute diese nach einiger Zeit möglicherweise selbst entwickeln.

In diesen Fällen wird die Betreuung wieder aufgehoben, sobald die Notwendigkeit nicht mehr besteht.

Beratung im Vorfeld der Einrichtung einer rechtlichen Betreuung

Wenn Ihnen bekannt ist, dass jemand aufgrund einer Krankheit oder Behinderung seine Interessen nicht richtig vertreten oder seine Angelegenheiten nicht regeln kann, können sie sich an uns oder an die Mitarbeiterinnen der Betreuungsstelle der Kreisverwaltung Recklinghausen wenden.

Wir informieren und beraten Sie über die Vor- und Nachteile einer rechtlichen Betreuung sowie alternative Handlungsmöglichkeiten, z.B. durch die Ausstellung einer Vorsorgevollmacht. Bereits vorhandene Vorsorgevollmachten prüfen wir auf ihre Eignung.

Sollte in der Beratung deutlich werden, dass die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung das geeignete "Mittel" ist, sind wir bereit, bei der Antragstellung und den weiteren Schritten zu helfen.

Bei Bedarf führen wir auch Gespräche mit der/dem Betroffenen und Angehörigen und informieren auch diese über eine rechtliche Betreuung sowie das gerichtliche Verfahren.

Ehrenamtliche (wie z.B. Angehörige, Nachbarn, Freunde..), die dann zur/zum rechtlichen Betreuer/in bestellt werden, unterstützen und beraten wir gerne.